Unser neuer Flyer:
Mitgliederinformation
Dezember 2024
Am 12. November 2024 fand eine Mitgliederversammlung der BI im Sängerheim des MGV Lingenfeld statt.
Der 1. Vorsitzende Dietmar Bytzek berichtete über folgende Themen und Aktivitäten:
1. Erst durch eine Strafanzeige der BI wurde das Problem der illegalen Müllablagerung vor Gate 2 des US-Depots angegangen und beseitigt. Das Lob dafür beanspruchten allerdings die US-Army, die Kreisverwaltung und die Verbandsgemeindeverwaltung Lingenfeld für sich selbst, so als hätten sie in den vergangenen Jahren irgendetwas Positives dazu beigetragen.
2. Entgegen der Ankündigung des Landrats Dr. Fritz Brechtel im Frühjahr 2023, den Katastrophenschutzplan für das US-Depot zu veröffentlichen, ist dieser nun Verschlusssache und der Öffentlichkeit unbekannt. Das steht im Widerspruch zum novellierten Landesgesetz zum Katastrophenschutz und zur Aussage des rheinland-pfälzischen Innenministers Ebling: „Das beste Signal, auch das von Sirenen, hilft nichts, wenn die Leute nicht wissen, was sie tun sollen“ (Rheinpfalz 10.09.2024). Anfragen der BI dazu beantwortete die Kreisverwaltung in wichtigen Punkten nicht.
3. Betrieb des ersten Gefahrstofflagers im Gebäude 7983 des US-Depots
Die Kreisverwaltung hatte als nicht zuständige Behörde eine Genehmigung dafür erteilt. Außerdem war dabei von einem falschen, d.h. zu großen Abstand zur Wohnbebauung ausgegangen worden. Folglich wird das Lager nach Auffassung der BI rechtswidrig betrieben. Die BI hat die Nutzungsuntersagung beantragt und einen Antrag auf Nichtigkeit der Genehmigung gestellt. Die betroffenen Behörden, die SGD Süd in Neustadt und die Kreisverwaltung, haben bisher nur teilweise reagiert und geantwortet. Daher befindet die BI sich nun im Widerspruchsverfahren und hat Akteneinsicht gefordert.
4. Die Klage der BI vor dem Verwaltungsgericht Köln gegen das BAIUDBw (Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr) zieht sich leider weiter hin und es bleibt fraglich, ob es 2025 einen Verhandlungstermin geben wird. Mittlerweile haben wir deswegen Anspruch auf Schadensersatz in Höhe von 1400 €, den wir auch geltend machen werden.
Es geht hierbei darum, dass diese Behörde für die Überwachung und die Prüfung des Sicherheits- und Schutzkonzepts der Gefahrstofflager des US-Depots zuständig ist, sich selbst aber nur für die Arbeitssicherheit der deutschen Zivilbeschäftigten in der Pflicht sieht.
5. Die Bearbeitung unserer Petition vom Oktober 2019 (!) zieht sich ebenfalls weiter hin. Auch hier ist viel Geduld gefragt. Positiv ist bisher nur, dass die Petition nicht abgelehnt wurde.
Inhalt derselben war, eine Logistikeinheit wie das US-Depot mit seinen Gefahrstofflagern den gleichen Sicherheitsbestimmungen zu unterwerfen wie zivile Einrichtungen dieser Art.
Am 11. Juli 2024 erhielt die BI vom Innenministerium Rheinland-Pfalz die Anerkennung als Umweltrechtsverband, was ihre Rechtsposition wesentlich stärkt.
Um dieses Ereignis und diesen Erfolg etwas zu feiern lud der 1. Vorsitzende Dietmar Bytzek die Anwesenden zu einem kleinen Umtrunk und Imbiss ein, den unser Vereinsmitglied Anette Kienle sehr ansprechend und liebevoll vorbereitet hatte. Wir danken ihr und dem Spender auch an dieser Stelle sehr herzlich!
Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung wurden die Berichte des Schatzmeisters, des Schriftführers sowie der Kassenprüfer vorgetragen und der Vorstand einstimmig entlastet.
Unser neuer Flyer:
Der Verein BI “Kein Gefahrstofflager e.V.“ stellt sich vor:
Im September 2017 wurde die Bürgerinitiative durch besorgte Nachbarn des US-Depots, links und rechts des Rheins, in einer Versammlung mit ca. 200 Teilnehmern ins Leben gerufen.
Die US-Army plante die Erweiterung der bestehenden Gefahrstofflager im Depot auf insgesamt 3100 t. Im Antrag wurde auch die Lagerung der Gefahrstoffklasse 6.1A mit dem Referenzstoff Dimethylsulfat, einem Lungenkampfstoff im ersten Weltkrieg, beantragt. Eine erste Akteneinsicht in das immissionsrechtliche Genehmigungsverfahren offenbarte erhebliche Verfahrensmängel. Dies führte zu mehr als 30 Einwendungen, z.B. bestand der Sicherheitsbericht teilweise nur aus weißem Papier und sollte schon seit 2012 nachgereicht werden.
Ebenso stellte die BI mit Unterstützung unserer Bundestagsabgeordneten fest, dass die Überwachung durch die „Bundeswehr“ faktisch nicht stattfand.
Für militärische Gefahrstofflager bestehen zurzeit erhebliche Ausnahmen:
Ø Diese Lager unterliegen nicht wie zivile Gefahrstofflager der Störfallverordnung.
Ø Diese Lager werden nicht transparent überwacht.
Ø Diese Lager benötigen keine Genehmigung.
Ø Eine Beteiligung der Nachbarn, der Bevölkerung, ist nicht vorgesehen.
Zur Sicherheit der Zivilbevölkerung musste dringend gehandelt werden!
Unsere Ziele:
Wir möchten erreichen, dass militärische Gefahrstofflager genauso wie zivile Gefahrstofflager immissionsschutzrechtlich genehmigt und überwacht werden, damit wir für die Bevölkerung den höchsten Sicherheitsstandard haben. Volle Anwendung des europäischen Rechts ohne Ausnahmen für die USArmy, einschließlich der Anwendung der Störfallverordnung.
Unsere Aktionen:
Diverse öffentliche Informationsveranstaltungen in den tangierten Gemeinden und vor „Corona“ regelmäßige Infostammtische zur Information der Mitglieder und Interessenten.
Mehrere Sendungen mit dem SWR zur Sensibilisierung der Bevölkerung.
Podiumsdiskussion mit dem Landrat und Bundestagsabgeordneten in der Hörfunkreihe „Klartext“.
Einsichtnahme in alle Genehmigungsakten. Hierbei wurden wesentliche Verfahrensfehler festgestellt.
Seit 2017 forderten wir mehrmals die Erstellung eines Katastrophenschutzplanes, zuletzt mit einer Postkartenaktion. 800 Bürgern war es eine Briefmarke wert.
Einreichung einer Petition beim Deutschen Bundestag zur Gleichstellung militärischer Gefahrstofflager mit zivilen Gefahrstofflagern.
Offenlegung von Versäumnissen bei der Überwachung durch die Bundeswehr.
Zusammenarbeit mit dem BUND.
Unsere Erfolge
1. Durch die Klagen gegen die Erweiterung des US-Depots konnten die Behörden nicht wie in der Vergangenheit einfach Genehmigungen durchwinken, sondern mussten sich intensiv mit dem gültigen Recht auseinandersetzen.
Hierdurch wurde die neue Lagerung der höchsten Gefahrstoffklasse 6.1A verhindert.
2. Nur durch den Druck der BI hat die US-Army einen Gefahrenabwehrplan erstellt.
3. Durch die Aufdeckung der Überwachungsdefizite der Bundeswehr findet nun eine regelmäßige jährliche Überwachung statt.Aber was wird überwacht?
4. Aufgrund der Forderungen der BI wurde vor der Erweiterung ein Bodenschutzgutachten erstellt. Die US-Army kann dadurch bei evtl. zukünftigen Umweltschäden durch das Gefahrstofflager nicht mehr auf Altlasten verweisen und muss diese dann kostenpflichtig beseitigen.
5. Durch unseren Protest hat die US Army einen gesicherten Parkraum für die Gefahrstoff-LKWs auf dem eigenen Gelände eingerichtet.
6. Die Feuerwehr des US-Depots wurde in den letzten Jahren, inkl. eines sehr teuren Leiterwagens, auf den modernsten Stand gebracht. Die Löschmittel der Feuerwehr Lingenfeld und der Feuerwehr des US-Depots wurden angepasst, so dass eine beiderseitige Unterstützung möglich ist. Das Grundwasser gefährdende Löschmittel AFFF wurde ersetzt durch ein umweltfreundliches Löschmittel.
Das Engagement der Bürgerinitiative hat hier wesentlich zur Verbesserung
der Situation beigetragen!
Was bleibt noch zu tun
Immer wieder die Verabschiedung des Katastrophenschutzplanes fordern, den die Kreisverwaltung schon seit 4 Jahren verspricht.
Kommt die Bundeswehr nur zum Kaffeetrinken? Wir klagen eine transparente Darstellung der Überwachungstätigkeit der Bundeswehr vor dem Verwaltungsgericht Köln ein.
Immer wieder durch Anfragen und Anträge bei Behörden nachhaken, ob wirklich alle Umweltschutzauflagen durch die US-Army umgesetzt wurden.
Kritische Beobachtung des steigenden LKW-Verkehrs durch die Erweiterung.
Durchführung von Informationsveranstaltungen bzw. Verbreitung von Informationen zu Gefährdungen in den Medien und durch eigene InfoPlattformen (Homepage, Facebook etc.).
Germersheim im Juni 2022
Den Flyer könnt Ihr als PDF Druckversion herunterladen
Liebe Mitstreiter und (auch kritischen) Begleiter unserer Bürgerinitiative,
der Vorstand möchte euch darüber informieren, dass er für die BI eine neue Email-Adresse eingerichtet hat. Sie lautet:
Die Änderung wurde erforderlich, da unsere alte Email-Adresse bei @gmail.com nicht mehr erreichbar ist und auch nicht wieder reaktiviert werden konnte.
Auch wenn es so scheinen mag, als hätten wir unser Engagement für mehr Sicherheit im und um das Gefahrstofflager eingestellt - aber auch uns hat Corona und besonders die zermürbenden gerichtlichen Auseinandersetzungen zugesetzt.
Dennoch: es bleibt unser nächstes Ziel, dass der seit langem von der Kreisverwaltung zugesagte und absolut notwendige Katastrophenschutzplan endlich umgesetzt wird.
Wir sind gespannt, was die nächsten Gespräche mit der Kreisverwaltung bringen werden.
Wir werden euch zeitnah hier auf facebook und in den örtlichen Medien informieren.
Bleibt uns weiterhin gewogen und unterstützt uns!
Autor: Reinhard Werner
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